Freitag, 25. Januar 2013

Tipps für die Reiseapotheke

Ohrenschmerzen im Tauchurlaub oder seekrank bei der Bootsfahrt. Eine gut sortierte Reiseapotheke gehört mit in den Koffer, egal wohin es geht. Damit sollten kleinere Verletzungen oder leichtere Erkrankungne direkt vor Ort versorgt werden können. Einen Arzt bei ernsteren Erkrankungen ersetzt sie jedoch nicht. Vor jedem Urlaub stellt sich die Frage nach der richtigen Reiseapotheke für Taucher. Natürlich empfehlen wir unseren Gästen vor dem Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung möglichst im Tropenistitut vorzunehmen. Wer eine Tauchversicherung besitzt, kann diese reisemedizinische Beratung sogar bei der Hotline einholen. Aqua med oder DAN bieten diese Tauchreiseversicherungen an und beraten Ihre Kunden immer sehr kompetent und zuverlässig. In jedem Reiseland herrschen typische Gesundheitsrisiken, über die der Arzt der Versicherung oder der Hausarzt Auskunft geben kann, um auch eine individuelle Reiseapotheke zusammen zu stellen.
Der folgende Inhalt einer Reiseapotheke ist nur eine allgemeine Empfehlung und sollte auf den Gesundheitszustand des Reisenden angepasst werden.

Die Grundausstattung:

  • Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, in ausreichender Menge. Bei notwendiger Medikation (z.B. Insulin, Blutdrucktabletten etc.) empfiehlt sich die Mitnahme einer kleineren Menge im Handgepäck, falls das Gepäck verloren gehen sollte.
  • Durchfallmittel (z.B. Loperamid und Elektrolyt-Zuckermischung)
  • Medikamente gegen Fieber bzw. Schmerzen (z.B. Ibuprofen oder Paracetamol, besser man hat beide, um die Verträglichkeit zu testen und die Präparate vielleicht auch abwechselnd zu nehmen) Auf gar keinen Fall Aspirin, denn dieses verdünnt das Blut und bei inneren Blutungen könnte es zu höhen Blutverlusten führen. 
  • Antiseptika (z.B. Octenidin, Oktinisept oder Polyvidon-Jod Lösung)
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und Wasserfest 
  • Mittel gegen Reisekrankheit (z.B. Scopaolaminpflaster oder Metoclapramid)
  • Arztneimittel gegen Erkältungsbescherden bei Schnupfen, Husten oder Heiserkeit
  • Salbe oder Gel gegen Verstauchungen oder Prellungen (z.B. Diclofenac)
  • Mittel gegen Magen- oder Darmkrämpfe (z.B. Scopolamin)
  •  Mittel bei Juckreisz- und schmerzstillendes Gel bei Sonnenbrand ode rInsektenstich (z.B. Fenistil)
  • Wund- und Heilsalbe sowie Desinfektionsmittel Oktinisept
  • Mittel zur Insektenabwehr (z.B. Autan)
  • Gegebenenfalls ein vom Arzt rezeptiertes Breitbandantibiotikum (z.B. Ciproflaxocin)
Sonstiges:
  • Verbandmull in 6 und 8 cm breite, elastische Binden in 8 cm Breite, sowie größere Pflaster von der Rolle (es sind hier auf Bali nur kleine winzige Pflaster zu erhalten, die Mittelgroße Wunden schon gar nicht mehr abdecken und höchstens für kleine Schnittverletzungen ausreichen)
  • Pinzette, Schere, Eimalhandschuhe, Sicherheitsnadeln
  • Fiebertermomenter
  • Brillenträger sollten eine Ersatzbrille oder Kontaktlinsen dabei haben. Zum Tauchen bitte nur weiche Kontaktlinsen verwenden.
Geht man auf einen Treck abseits von der Zivilisation, so empfielt sich auch:
  • Verbandsmaterieal: Wundschnellverband, Sterilkompressen, Dreieckstuch, Tape
  • Haut- und Weichteile: Lippenschutz, Blasenpflaster, Fußpflege, Sonnenbrille
  • Nahrungsergänzungsmittel: z.B. Mineralsalzmischung oder Vitaminpräparate
Ohrentropfen für Taucher aus der Apotheke!
Eien mögliche und bewärhte Mischung ist die Mischung nach Branse-Passek und Muth: Acit Acet glac. mind 99, 0,5, Aqua purif 2,5; Alcohol Isopropylicus ad 50
Wichtig ist jedoch auch die Pflege der Gehörgänge! Nach dem Tauchen direkt mit Süßwasser ausspühlen und ein Tropfen Olivenöl (aus der Apotheke), um die Membran geschmeidig zu halten.
Zu beachten ist jedoch auch, dass diese vorbeugenden Tropfen empfindliche Gehörgänge reizen können, die oben genannte Mischung ist gut erprobt und frei von Risiken, aber eine Reizung ist trotzdem nicht völlig ausgeschlossen!
Kommt es trotz Vorbeugung doch zur Gehörgnagsentzündung, ist die Reiseapotheke mit Medikamenten zu versorgen, die im Notfall dem Taucher helfen können. Für die Behandlung der Gehörgngsentzündung eigene sich vor allem antibiotikahaltige Ohrentropfen auch Floxal-Augentropfen (zum tropfen in die Gehörgänge!!!) Dagegen sind ausschließlich Schmerzstillenden Ohrentropfen für Taucher ungeeignet.
Außerdem gehören auch abschwellende Nasentropfen ins Reisegepäck, denn Klimaanlagen können rasch zur Erkältung führen. Nasentropfen leisten darüber hinaus auch danns ehr gute Dienste, wenn es zu einem Barotrauma kommen sollte und dadurch zu einem Erguss ins Mittelohr. Wohingegen Ohrentropfen hier gar nichts helfen, da sie das Trommelfell nicht passieren. Ebenfalls sind Augentropfen wie Berberil sinnvoll, denn Sonne und Wind können zu Bindehautreizungen führen.
Brillenträger sollten eine Ersatzbrille mit sich führen

Bitte beachte zudem, Dir bekannte Medikamentenunverträglichkeiten, die veränderte Einnahme bei Zeitverschiebungen, klimatische Faktoren und möglicherweise eingeschränkte Haltbearkeit bei warmem Klima.

Unabdingbar sind einige Impfungen, die aktuell bei Ihrem Hausarzt oder beim Tripenmedizinischen Institut erfragt werden sollten. Überprüfe, ob Deine Impfungen gegen Tetanus und Tetanus noch Bestand haben. Sie sollten alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Impfungen gegen Hepatitis werden sehr empfohlen.

Es muss jedoch betont werden, dass es die perfekte Reiseapotheke gar nicht geben kann, denn ein Tauchurlaub am Mittelmeer erfordert eine andere Versorgung, als bei uns in Bali in tropischen Gefilden. Der Hausarzt kann hier in der Regel viel besser beraten!
Der Hausarzt sollte auch über Impfungen und Malariaprophylaxe auskunft geben! Bali gilt als Malariafrei! Jedoch ist zu bedenken, dass es hier auch Langzeitreisende gibt, die von Insel zu Insel reisen und bereits die Plasmodien in sich tragen können, die von der Anopehlesmücke in Bali durch das Blut aufgenommen und auf andere Reisende auch übertragen werden kann. Beim Hausarzt sollte der Impfpass nicht vergessen werden.
Wer dauerhaft Medikamente einnehmen muss, sollte natürlich dafür sorgen, dass diese Präparate im Urlaub nicht ausgehen können. Es muss darauf hingewiesen werden, dass man diese Bedarfsmedikamente unbedingt im Handgepäck mitführen sollte, da Koffer auch schon einmal nicht ihr Ziel erreichen können. Die eigentliche Reiseapotheke kann jedoch auch im normalen Gepäck aufgebeben werden.
Reisende mit einem erhöhten Tromboserisiko sollten sich mit ihrem Hausarzt für den Flug beraten lassen, inwieweit eine Vorsorge für den Flug zu treffen ist. Müssen Stützstrümpfe getragen werdne, sollte Aspirin vorher eingenommen oder sogar Trombosemittel gespritzt werden. Es ist dann wichtig sich zeigen zu lassen, wie man eine Thrombosespritze richtig bedient. Die einmalige Gabe eines Thrombosemittels auf dem Hin- und auf dem Rückflug - in der Regel handelt es sich dabei um sogenanntes "niedermolekulares Heparin" - kann als unbedenklich für das Tauchen gelten.
Medikamente sind auch in Bali zu erwerben. Eine große 'Apothekenkette Kimia Farma vertreibt viele Produkte, jedoch in oftmals bereits in anderer Zusammensetzung und niedriger dosiert als in Deutschland. Tatsache ist, dass in Bali Medikamente tatsächlich preisgünstiger zu erhalten sind als in Deutschland hergestellte. Jedoch haben die Medikamente wie bereits erwähnt oft eine andere Zusammensetzung, wenn sie auch in der Regel identische Wirksubstanzen enthalten, die jedoch oft auch unterschiedliche Bezeichnungen und Zusammensetzungen haben. Wer hier in Bali Medikamente kaufen möchte, sollte also nicht nur den Markennamen seines Medikamentes kennen, sondernsehr exakt und detailiert mit den verschiedenen Wirksubstanzen und deren Dosierung vertraut sein. Apotheker haben hier in Bali keine Ausbildung!!! Und in der Regel könnte es schwierig sein, sich in einer anderen Sprache ausreichend ausdrücken zu können. Auf die Englischkenntnisse des "Apothekers" würde ich mich da wirklich nicht verlassen! Mit der Dosierung seines Medikamentes sollte man daher ebenfalls vertraut sein!
Oft tritt hier durch die Essensumstellung eine Magenverstimmung auf. Das liegt bereits an den anderen E-Coli Bakterien, die hier in Asien anzutreffen sind und dem Darm bei der Verdauung helfen. Zur Linderung von Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen sollten Antiemetika in keiner Reiseapotheke fehlen. Auch hier sei dedoch daruaf hingewiesen, dass durch die spezifischen Nebenwirkungen die Sicherheit beim Tauchen beeinträchtigt sein kann. Häufige Probleme im Urlaub entstehen bei allen Reisenden durch Darminfektionen und daraus resultierenden Durchfallerkrankungen, verursacht durch klimatische Veränderungen, unsaubere Lebensmittel, Bakterien und Viren. Durchfallerkrankungen führen zu hohem Flüssigkeitsverlust, die problematisch werden können!!! Bei anhaltendem Durchfall sofort den Arzt aufsuchen!!!! Das wichtigste bei Durchfallerkrankungen ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlustes. Hier werden Fertigpräparate wie Elontrans empfohlen. Wasser alleine aufzunehmen reicht nicht aus, da Elektrolyte aus dem Körper gespühlt werden. Tauchen ist bei Durchfall nicht angeraten! Eine Tauchpause ist da eher zu empfehlen!!! Denn Flüssigkeitsverlsut erhöht zusätzlich die Gefahr eines Dekompressionsunfalls.
Hier gilt die Regel!: Egal, was Du essen willst: koche es, brate es, schäle es oder vergiß es!
Kommt es jedoch trotzdem zu einer Durchfallerkrankung, so leistet Imodium gute Dienste! Es wird hierfür empfohlen Imodium Tropfen einzunehmen, da der Durchfluss manchmal schneller sein kann, als die Auflösung der Kapseln. Imodium kann jedoch nichts an den Ursachen der Erkrankung ändern. Da es sich häufig um Infektionen des Darmes handelt, die auch antibiotisch behandelt werden müssen. Spätestes am dritten Tag mit unverändert starker Symptomatik muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei hohem Flüssigkeitsverlust auch früher! Bei Kindern sollte der Arzt am selben Tag aufgesucht werden!

Eine Elektrolytlösung zum auffüllen des Flüssigkeitsverlustes kann auch selber hergestellt werden:
2 Eßlöffel Zucker, 1 Teelöffel Kochsalz, 1/2 Teelöffel Natriumbicarbonat wird in einem Liter abgekochtem Wasser aufgelöst!

Neben Sonnenbrand und Durchfallerkrankungen ist das häufigste Problem von Tauchern die Gehörgangsentzündung. Auch hier sind vorbeugende Maßnahmen möglich. 

Es sollte vor Reiseantritt eine Tauchunfallversicherung (diese gibt es auch als Familienversicherung) bei Aquamed oder bei DAN abgeschlossen werden.

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